Lehrgangsangebot

Lehrgangszeitplan 2017

Lehrgangszeitplan 2016

Grundausbildungslehrgang (Truppmannausbildung Teil 1)

Jedes aktive Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr muss bevor er das erste Mal an einem Einsatz teilnimmt, einen 70-stündigen Grundausbildungslehrgang im Rahmen der zweijährigen Truppmannausbildung absolvieren. Entsprechend der Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV) 2 "Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr" wird den Lehrgangsteilnehmern Basiswissen und grundlegende Tätigkeiten einer Truppfrau / eines Truppmannes in den taktischen Einheiten (Trupp, Staffel, Gruppe) vermittelt, so dass sie befähigt sind die Funktion der Truppfrau / des Truppmannes unter Anleitung wahrzunehmen.

Als Zugangsvoraussetzung für den Grundausbildungslehrgang muss der/die Feuerwehrangehörige nach den Arbeitsmedizinischen Grundsätzen für die Feuerwehr einsatztauglich sein. Eine 16-stündige Ausbildung als Ersthelfer an Unfallstellen ist nachzuweisen und icht älter als 2 Jahre alt sein.

In den theoretischen Ausbildungseinheiten (ca. 20 Stunden) werden Rechtsgrundlagen, Verbrennungsvorgang und Löschwirkung von Löschmitteln, Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr, Unfallverhütung und Verhalten bei Gefahren besprochen und erarbeitet.

Praktische Unterweisungen in Geräten der Feuerwehr, dem Vortragen eines Löschangriffes nach FwDV 3 "Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz", der richtige Umgang mit tragbaren Leitern der Feuerwehr und die einfache Technische Hilfe sind Bestandteil der ca. 34 Stunden umfassenden praktischen Ausbildung.

Der Grundausbildungslehrgang als erster Teil der Truppmannausbildung ist mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abzuschließen. Die theoretische Prüfung umfasst einen Multiple-Choice-Fragebogen mit ca. 30 Fragen. Im praktischen Teil ist ein Löscheinsatz in Gruppenstärke nach FwDV 3 "Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz" zu bewältigen. In Einzelstationen ist dann der richtige Umgang mit Tragbaren Leitern, das Beherrschen von Bunden und Stichen und weiterer Grundtätigkeiten nach der FwDV 1 "Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz" nachzuweisen.

Mit erfolgreichem Abschluss des Grundausbildungslehrganges ist die Truppmannausbildung noch nicht beendet. Entsprechend der FwDV 2 "Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr" schließt sich nun der zweite Teil der Truppmannausbildung an. In ca. 80 Ausbildungsstunden verteilt auf zwei Jahre soll in der Standortausbildung das Gelernte vertieft, gefestigt und weiter ausgebaut werden. Gleichfalls sind standortbezogene Gegebenheiten und Kenntnisse zu vermitteln, so dass der/die Feuerwehrangehörige als Truppfrau / -mann im Einsatz eingesetzt werden kann. 

 

Zugangsvoraussetzung

- Bei Lehrgangsbeginn vollendetes 17. Lebensjahr.

- Gültige Bescheinigung über den 16h – Erste-Hilfe-Lehrgang;   (nicht älter als 24 Monate zu Lehrgangsbeginn).

Atemschutzgeräteträgerlehrgang

 

Atemschutzgeräteträger kämpfen bei einem Brand an vorderster Front. Das Tragen der schweren Atemschutzausrüstung - ca. 30 kg - erfordert viel Kraft und Ausdauer. Das Arbeiten unmittelbar am Feuer bei starker Hitze und starken Umgebungslärm, dazu gelegentlich nahezu vollständige Dunkelheit und Orientierungslosigkeit bei Nullsicht durch den Brandrauch erfordert ein ausdauerndes Nervenkostüm und bringt die Träger an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit. Körperliche und geistige Fitness sind daher unabdingbar.

Jeder Feuerwehrangehörige muss sich daher vor Aufnahme der Feuerwehrtätigkeit - auch im Ehrenamt - einer Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz "G 26 - Atemschutz" für die Gerätegruppe 3 - schwerer Atemschutz (Pressluftatmer)" unterziehen. Hierzu gehören unter anderem Belastungs-EKG, Lungenfunktionstest und Röntgenuntersuchung der Lunge. Erst wenn keine medizinischen Bedenken bestehen, kann die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger erfolgen. Die ärztlichen Untersuchungen sind spätestens nach drei Jahren und ab dem 50. Lebensjahr jährlich zu wiederholen. Atemschutzgeräteträger sollten sich sportlich aktiv betätigen um so die an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Der Lehrgang gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. In der Theorie werden unter anderem die Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV) 7 "Atemschutz", Geräte für den Atemschutzeinsatz, Atemphysiologie (Atmung des Menschen), Atemgifte, Einsatzgrundsätze und die Anforderungen an einen Atemschutzgeräteträger behandelt. In der Praxis werden der Umgang, das An- und Ablegen und die Gewöhnung an die Atemschutzgeräte geübt. Hierzu wird mehrmals die Atemschutzstrecke  durchlaufen. 

Der Atemschutzgeräteträgerlehrgang schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab. Der theoretische Teil umfasst einen Multiple-Choice-Fragebogen und die Belastungsübung stellt den praktischen Teil der Prüfung dar. Bei der Belastungsübung - sie ist einmal jährlich zu wiederholen - ist eine vorgeschriebene Belastung von 80 Kilojoule (kJ) zu erbringen und mit dem Luftvorrat eines Pressluftatmers von 1.600 Liter zu absolvieren. Hierbei wird die Atemschutzstrecke verdunkelt und vernebelt, die Raumtemperatur erhöht und eine dem Einsatz nachempfundene Geräuschkulisse eingespielt.

Zugangsvoraussetzungen:

- Erfolgreich abgeschlossene Truppmannausbildung Teil 1 (Grundausbildungslehrgang).

- Bei Lehrgangsbeginn vollendetes 18. Lebensjahr.

- Ärztliche Bescheinigung nach G 26.3.

- Empfohlen: erfolgreich abgeschlossener Sprechfunkerlehrgang.  

Sprechfunklehrgang

 

Der 27 Stunden umfassende Sprechfunklehrgang gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Im ersten Teil werden die theoretischen Naturgesetze gelehrt, auf denen der Funkverkehr beruht. So stehen zum Beispiel die Unterschiede von Wellenlänge und Amplitude, der Aufbau von Funknetzen und die Gesetzmäßigkeiten von Funkwellen auf dem Lehrplan.

Im zweiten Teil werden die Technischen Geräte vorgestellt und ihre Bedienung geübt. Die Bedeutung der digitalen Status-Meldungen, die die Arbeit der Leitstellendisponenten wesentlich vereinfacht, wird erläutert.

Nach diesen sehr theoretischen Lehreinheiten wird dann der Sprechfunkverkehr geübt. Dazu bilden die Lehrgangsteilnehmer 2-Mann-Teams, die sich, jeweils ausgestattet mit einem Funkgerät, um das Feuerwehrhaus verteilen. Jeder Teilnehmer steht für ein Fahrzeug, welches nun von der Übungsleitung festgelegte simulierte Einsätze abarbeiten muss. Dabei sollen die Teilnehmer den sicheren Umgang mit der Technik sowie das richtige Funken lernen. Dabei gilt der Grundsatz: "So informativ wie möglich, so kurz wie nötig!", um an größeren Einsatzstellen möglichst wenig Funkverkehr zu erzeugen.

Nicht nur das deutliche Sprechen, auch das sichere Buchstabieren längerer Wörter anhand des deutschen Buchstabieralphabets sind Übungsinhalte, die nach dem Lehrgang jeder Teilnehmer sicher beherrschen sollte.

Den Abschluss des Lehrgangs bildet die Prüfung, sie besteht aus einem Fragebogen, einer mündlichen Prüfung in der die sichere Handhabung der Funktechnik abgefragt wird, sowie einem praktischen Teil in Form einer abschließenden Funkbetriebsübung.

Hat der Teilnehmer diese Prüfungen bestanden, wird ihm eine Sprechfunkberechtigung für den BOS-Funk ausgestellt (BOS = Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben).

Nach diesem Lehrgang ist es jedoch erforderlich, die gelernten Inhalte immer wieder zu üben. Dazu veranstalten die Freiwilligen Feuerwehren regelmäßig Funkübungen, die ein fester Bestandteil des Ausbildungsdienstes sind.

 

Zugangsvoraussetzung

- Erfolgreich abgeschlossene Truppmannausbildung Teil 1 (Grundausbildungslehrgang).

- Bei Lehrgangsbeginn vollendetes 18. Lebensjahr.

- Gültige Verpflichtung gemäß Richtlinie BOS durch den Leiter der Feuerwehr.  

 

Maschinistenlehrgang

Für einen Maschinisten bei der Feuerwehr reicht es nicht aus den für die jeweilige Fahrzeugklasse gültigen Führerschein zu besitzen und das Fahrzeug sicher bewegen zu können. Er muss auch die Feuerlöschkreiselpumpe, die Fahrzeugtechnik sowie zahlreiche Aggregate insbesondere auch in extremen Situationen sicher beherrschen. So werden in diesem Lehrgang der Aufbau und die Funktion der Feuerlöschkreiselpumpe, die richtige Bedienung der Tragkraftspritze und der Umgang mit Stromerzeugern, Lichtmasten und weiterer kraftbetriebener Geräte der Feuerwehr gelehrt.

Der Maschinistenlehrgang ist, neben dem gültigen Führerschein Voraussetzung, Feuerwehrfahrzeuge zu fahren.

Der 35 Stunden umfassende Lehrgang gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Im theoretischen Teil werden die grundlegenden technischen und physikalischen Prinzipien gelehrt, die im Bereich der Pumpentechnik und der Stromerzeugung Anwendung finden. Auch der Umgang mit den Geräten und ihre Bedienung werden erläutert. Verkehrsrecht und die Nutzung von Sonder- und Wegerechten nach StVO sind im Unterricht ein ebenso wichtiges Thema. Hierbei sollen keine Verbote oder zu "halsbrecherischen Fahrmanöver" ambitioniert werden, sondern vielmehr eine Sensibilisierung auf das Extrem "Fahren unter Benutzung von Sondersignalen" erreicht werden.

Im praktischen Teil des Lehrgangs soll der sichere Umgang mit den eingesetzten Geräten gelernt und verinnerlicht werden, da nur einwandfrei funktionierende Geräte einen sicheren Einsatz gewährleisten. Insbesondere wird von den Ausbildern Wert darauf gelegt, dass die Lehrgangsteilnehmer nicht nur "Routinearbeiten" kennen, sondern auch in Extremsituationen Herr der Lage bleiben. So ist es wichtig, bei einem Fehler oder einem Ausfall eines Gerätes Rückschlüsse auf die Ursachen zu ziehen und diese beseitigen zu können. Man stelle sich vor, der Angriffstrupp befindet sich in einem brennenden Gebäude und plötzlich fällt die Pumpe aus. In diesem Fall muss der Maschinist schnell reagieren und die Ursache des Ausfalls, wenn möglich – sofort beseitigen.

Bei der Wasserförderung aus offenem Gewässer mit Wasserfortleitung über Lange Wegstrecke können die in der Theorie vermittelten physikalischen Grundlagen überprüft werden. So müssen die Lehrgangsteilnehmer in drei Arbeitsgruppen die Platzierung von Verstärkerkraftspritzen mittels topografischer Karte, Weg- und Höhenmessung im Gelände und Überschlagsrechnung nach Abgehen des Geländes ermitteln.

Die Prüfung zum Ende des Lehrgangs gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. Hierbei müssen die Lehrgangsteilnehmer das Gelernte und ihr Können unter Beweis stellen. Die theoretische Prüfung umfasst einen Multiple-Choice-Fragebogen. Drei Stationen sind in der praktischen Prüfung zu durchlaufen.

Um den sicheren Umgang mit den Fahrzeugen und der Fahrzeugtechnik zu gewährleisten, darf der Lehrgang nicht als einmalige Sache betrachtet werden. Um diese Kenntnisse immer parat zu haben, ist eine ständige Ausbildung im Ausbildungsdienst in den einzelnen Freiwilligen Feuerwehren notwendig.

Zugangsvoraussetzung

- Erfolgreich abgeschlossene Truppmannausbildung gemäß FwDV 2, Kap. 2.1.

- Bei Lehrgangsbeginn vollendetes 21. Lebensjahr.

- Eignung für den Feuerwehrdienst

- Empfohlen: Erfolgreich abgeschlossener Sprechfunkerlehrgang. 

Truppführerlehrgang

Voraussetzung für die Funktion "Truppführer/in" eines nichtselbstständigen Trupps (Angriffs-, Wasser- oder Schlauchtrupp) innerhalb einer Löschgruppe oder –staffel ist der Truppführerlehrgang. Für alle weiterführenden Lehrgänge an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) in Kassel ist er ebenso Voraussetzung.

Gemäß der Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV) 2 "Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr" umfasst der Truppführerlehrgang 34 Ausbildungsstunden. Den Feuerwehrangehörigen werden die wichtigen Grundlagen und Verhaltensweisen vermittelt, welche sie als Truppführer/in zum Führen eines Trupps im Einsatzfall benötigen.

In Unterrichtsgesprächen wird die Organisation des Brandschutzes, Aufgaben des Brandsicherheitswachdienstes, der Brennvorgang und die Wirkung der verschiedenen Löschmittel besprochen. Welche Gefahren an Einsatzstellen auftreten können, und welche Möglichkeiten der Gefahrenabwehr bzw. -begrenzung es gibt, werden gemeinsam erarbeitet.

In den praktischen Ausbildungseinheiten lernen die angehenden Truppführerinnen und -führer in verschiedenen Einsatzsituationen aus den Bereichen des Löscheinsatzes und der Technischen Hilfe, wie man einen Trupp richtig führt. Wo in den unterschiedlichsten Einsatzobjekten Gefahren lauern können und welche Einsatztaktik bei welchem Gefahrenszenario zur Anwendung kommen kann, erlernen die Teilnehmer in den zahlreichen Einsatzübungen. Von den Ausbildern werden immer wieder neue Einsatzsituationen, wie Wohnungsbrand im Obergeschoss, Dachstuhlbrand, Kellerbrand, Fahrzeugbrand, Flüssigkeitsbrand, KFZ-Unfälle, Auslaufen von Gefahrstoffen, Bau- und Maschinenunfälle und ähnliches realitätsnah vorbereitet.

Zum Abschluss des Lehrganges, welcher durch die Stundenvorgabe über zwei Wochen in den Abendstunden und an den Samstagen geht, ist von den Lehrgangsteilnehmern ein schriftlicher Leistungsnachweis in Form eines Multiple-Choice-Fragebogen zu erbringen. Im praktischen Teil müssen die angehenden Truppführerinnen und -führer unter Beweis stellen, dass sie Einsatzbefehle im Lösch- und Technischen Hilfeleistungseinsatz bei unterschiedlichen Einsatzobjekten und Einsatzlagen in Truppführerfunktion selbstständig und fachlich richtig ausführen können.

Zugangsvoraussetzung

- Abgeschlossene Truppmannausbildung Teil 1 und 2 gem. FwDV 2, Kap. 2.1. und zwei weitere Jahre aktive Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung.